Baukindergeld – die wichtigste staatliche Unterstützung für Immobilienkäufer

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Tatjana Grassl

30. Juni 2020
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Seit 2018 fördert der Staat Familien auf ihrem Weg ins Eigenheim. Der Schlüssel dafür lautet Baukindergeld. Wer mindestens ein Kind hat, erhält beim Immobilienkauf zusätzliche Unterstützung. Das Gute: Die erhaltenen Gelder müssen nicht zurückgezahlt werden. Wie hoch das Baukindergeld ausfällt und welche Voraussetzungen gelten.

Baukindergeld Voraussetzungen:

  • Ehepaare oder Alleinerziehende mit mindestens einem Kind 

  • Das Kind muss bei Antragstellung unter 18 Jahren alt sein und Kindergeld erhalten

  • Maximales Haushaltseinkommen von 90.000 Euro im Jahr bei einem Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind 

  • 12.000 Euro Zuschuss pro Kind (1200 Euro im Jahr über eine Laufzeit von zehn Jahren hinweg)

  • Kauf eines Hauses oder einer Wohnung

  • Die Immobilie muss selbst bewohnt werden 

  • Es muss das erste Wohneigentum in Deutschland sein 

  • Der Antrag muss spätestens sechs Monate nach Einzug ins Eigenheim gestellt werden

  • Der Kaufvertrag bzw. die Baugenehmigung muss bis 31.12.2020 erfolgt sein 

  • Der Antrag kann dann bis spätestens 31.12.2023 gestellt werden 

Wer Baukindergeld erhält

Anspruch auf das Baukindergeld haben Ehepaare mit mindestens einem Kind, deren Haushaltseinkommen nicht über 90.000 Euro im Jahr liegt. Mit jedem weiteren Kind erhöht sich die Grenze um je 15.000 Euro. Für Alleinerziehende gelten die gleichen Einkommensgrenzen. Grundlage ist der Durchschnitt des Einkommens im vorletzten und vorvorletzten Jahr. Reichst du den Antrag 2020 ein, wird das Haushaltseinkommen von 2017 und 2018 zugrunde gelegt. 

Für jedes Kind gibt es einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro. Die Summe erhältst du vom Staat allerdings nicht auf einmal. Es werden über zehn Jahre hinweg pro Jahr 1200 Euro ausgezahlt. Hast du zwei Kinder verdoppelt sich die Summe dementsprechend. Einzig in Bayern erhältst du für jedes Kind zusätzlich 300 Euro pro Jahr mehr und einmalig 10.000 Euro Eigenheimzulage. Das Baukindergeld nennt sich dort Baukindergeld Plus.

Die Kinder müssen bei Antragstellung unter 18 Jahren sein. Es wird sowohl der Kauf einer Wohnung als auch der eines Hauses gefördert. Prämisse ist, dass du noch kein Wohneigentum in Deutschland besitzt, die neue Immobilie selbst mit deiner Familie bewohnst und das Objekt sich in Deutschland befindet. Ein Nebenwohnsitz in der Immobilie ist nicht möglich. So soll die Förderung von Ferien- und Wochenendwohnungen unterbunden werden. 

Erreichen deine Kinder kurz nach Antragstellung das 18. Lebensjahr, wirkt sich das nicht auf die Förderung aus, solange sie noch Kindergeld erhalten. Wird nach Beantragung des Baukindergeldes noch ein weiteres Kind geboren, gibt es keine zusätzliche Förderung für das weitere Kind. 

Das Kindergeld kann noch bis Ende 2023 beantragt werden. Allerdings muss der Kaufvertrag noch bis Ende 2020 unterschrieben werden beziehungsweise die Baugenehmigung bis dahin vorliegen. Sobald du in dein Eigenheim eingezogen bist, hast du maximal sechs Monate Zeit die Förderung zu beantragen. Dabei gilt das Datum auf deiner Meldebescheinigung. 

Bei der KfW findest du einen Vorab-Check, ob du die Kriterien für eine Antragstellung erfüllst. 

Baukindergeld Antrag stellen 

Den Antrag für das Baukindergeld kannst du bis sechs Monate nach Einzug in dein Eigenheim stellen. Maßgeblich dafür ist deine Meldebescheinigung. Du kannst die Förderung ganz einfach online beim Zuschussportal der KfW beantragen. 

Wenn du dich registrierst, ist es wichtig, dass du deinen Namen genauso angibst, wie er in deinem Ausweis stehst. Ansonsten kann die KfW keine Identifizierung ausführen und dir das Geld nicht auszahlen. In dem Zuschussportal musst du das Baukindergeld auswählen und die erforderlichen Angaben ausfüllen. 

Wurde dein Antrag bestätigt, hast du drei Monate Zeit alle notwendigen Unterlagen in dem Portal hochzuladen. Danach erlischt dein Anspruch und du kannst das Baukindergeld nicht erneut beantragen. Deswegen solltest du zeitnah alle Dokumente als PDF oder jpeg hochladen.

Benötigte Unterlagen Baukindergeld: 

  • Einkommensteuerbescheid des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor Antragstellung 

  • Grundbuchauszug mit klaren Eigentumsverhältnissen

  • ggf. kann die KfW auch den Kaufvertrag verlangen

  • Meldebescheinigung aller Familienmitglieder (auch der Kinder) an der Adresse des Eigenheims 

  • Nachweis über den Bezug von Kindergeld 

Damit die Förderbank dir das Geld auszahlen kann, muss sie deine Identität eindeutig prüfen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Die Video-Identifizierung oder das Postident-Verfahren. Bei ersterem führst du ein Videotelefonat mit einem ausgewählten Dienstleister und musst währenddessen deine persönlichen Angaben bestätigen und dein Ausweisdokument vorzeigen. Beim klassischen Postident-Verfahren gehst du mit deinem Coupon (den erhältst du im KfW-Portal bei der Identifizierung) und Ausweis in eine Deutsche Post Filiale. Die Mitarbeiter prüfen die Übereinstimmung deiner Person und deinem Ausweis und teilen dies der KfW mit. 

Ist der Antrag verifiziert, schüttet die KfW dir über zehn Jahre hinweg jedes Jahr im gleichen Monat das Geld aus. 

Baukindergeld bei der Finanzierung berücksichtigen 

Bei deiner Finanzierung kannst du das Baukindergeld nicht direkt mit einbringen, da der Zuschuss dir nicht sofort, sondern jährlich über eine Laufzeit von zehn Jahren ausgezahlt wird. Dadurch kann es nicht als Eigenkapital eingesetzt werden. Du kannst das Baukindergeld in Form von Sondertilgungen für deine Finanzierung verwenden. Dies solltest du bereits vor Schließung deines Finanzierungsvertrags bedenken und die Möglichkeit von regelmäßigen Sondertilgungen vertraglich festlegen. Denn nicht jede Baufinanzierung lässt Sondertilgungen zu.

Alternativ kannst du das Baukindergeld als Instandhaltungsrücklage für die Immobilie nutzen, insofern du ein Haus gekauft hast. Bei Eigentumswohnungen passiert dies automatisch über das Wohngeld, das du monatlich bezahlst. Auch für Reparaturen oder anstehende Renovierungen eignet sich der Zuschuss. 

Wofür du das Geld einsetzt, bleibt letztlich dir überlassen. Am besten überlegst du dir, wie du es sinnvoll verwenden beziehungsweise anlegen kannst. 

Was passiert bei Vermietung/Verkauf der Immobilie? 

Wenn du das Objekt mit deinen Kindern nicht mehr selbst bewohnst, erlischt dein Anrecht auf das Baukindergeld. Solltest du dein Wohneigentum beispielsweise vermieten, weil ihr als Familie eine größere Wohnung oder ein Haus braucht, gibt es auch kein Baukindergeld mehr. Dies gilt innerhalb der zehn Jahre, in denen die Förderung an dich ausgezahlt wird. Solltest du also umziehen, bist du verpflichtet, dies der KfW mitzuteilen. 

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Tatjana Grassl

Tatjana verfasst als Content Writerin spannende Immobilien-Themen für dich.

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