KfW-Darlehen & Zuschüsse: Förderung nutzen und Geld sparen

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Julia Ptock

17. Sep. 2021
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Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert den Erwerb von Wohneigentum mit verschiedenen Darlehen und Zuschüssen. Mit der richtigen KfW-Förderung kannst du beim Immobilienkauf ordentlich Geld sparen. Wir zeigen dir, welche KfW-Förderungen es gibt und welche Bedingungen gelten.

Wie funktioniert die KfW-Förderung?

Die KfW ist eine staatseigene Förderbank. Sie unterstützt sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch kommunale Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit einer Vielzahl von Förderprogrammen. 

Die KfW-Förderung besteht aus Darlehen und Zuschüssen. Bauherren und Käufer können ihre Baufinanzierung mit verschiedenen Förderkrediten mit sehr günstigen Zinssätzen kombinieren und so mehrere tausend Euro sparen. Darüber hinaus bietet die KfW auch Zuschüsse für bestimmte Zwecke an, die nicht zurückgezahlt werden müssen. 

Die Darlehen der KfW-Förderung sind in der Regel günstiger als bei der normalen Baufinanzierung. Mit den zinsgünstigen Darlehen will die Bundesregierung Anreize schaffen, zum Beispiel für besonders nachhaltiges Bauen oder altersgerechte Umbaumaßnahmen.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die KfW-Förderung nicht nur mit einer normalen Baufinanzierung kombiniert werden kann. Die verschiedenen Förderprogramme können auch miteinander kombiniert werden. So kannst du gleich mehrfach von den zinsgünstigen Krediten profitieren.

Welche Programme für dich sinnvoll sind und wie sich gegebenenfalls mehrere Förderprogramme miteinander kombinieren lassen, erklären dir unsere Finanzierungsexperten gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch

KfW-Kredite und Zuschüsse für Bestandsimmobilien und Neubauten

Im Folgenden zeigen wir dir die wichtigsten KfW-Förderungen für Bestandsimmobilien und Neubauten. Wir erklären die Konditionen und was gefördert wird. 

KfW-Wohneigentumsprogramm (124)

Mit diesem Kredit unterstützt die KfW dich auf dem Weg zu deinem Eigenheim. Wichtig ist, dass du selbst in der Immobilie wohnst und sie nicht vermietest. 

Das Gute an einem KfW-Darlehen ist, dass die Banken oft ihre Konditionen verbessern, wenn deine Baufinanzierung mit diesem KfW-Kredit kombiniert wird. Ein weiterer Vorteil sind die niedrigen Zinssätze. Außerdem kann das Programm 124 auch mit anderen KfW-Förderungen kombiniert werden.

Die Förderbedingungen 

Es gibt zwei verschiedene Finanzierungsformen bei dieser Förderung: entweder ein Annuitätendarlehen oder ein endfälliges Darlehen (auch Zinszahlungsdarlehen genannt). Bei einem Annuitätendarlehen zahlst du nach der tilgungsfreien Zeit eine gleich hohe monatliche Annuität (d.h. Zins und Tilgung). Bei einem endfälligen Darlehen zahlst du während der gesamten Laufzeit nur die Zinsen und am Ende den gesamten Darlehensbetrag in einer Summe zurück.

Da es sich bei dem Annuitätendarlehen um den Standardfall handelt, erläutern wir die Konditionen an dieser Stelle näher: 

  • Effektiver Jahreszinssatz: 0,85 % bis 0,98 %. Der Zinssatz hängt von der Dauer der Zinsbindung ab (5 oder 10 Jahre). 

  • Darlehensbetrag: bis zu 100.000 Euro 

  • Rückzahlungsfreier Zeitraum: 1 bis 3 Jahre

  • Auszahlung: 100%

Das Darlehen kann entweder in einer Summe oder in Raten innerhalb von 12 Monaten nach Zusage abgerufen werden. Bei Bedarf kann die Frist auf bis zu 36 Monate verlängert werden, allerdings fallen ab dem 13. Monat Bereitstellungszinsen in Höhe von 0,15 % pro Monat auf den noch nicht in Anspruch genommenen Darlehensbetrag an.

Eine vorzeitige Rückzahlung des gesamten ausstehenden Darlehensbetrages ist - gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung - möglich. Außerplanmäßige Rückzahlungen eines Teils des ausstehenden Kreditbetrages sind nicht möglich.

Was wird gefördert? 

Bei Bestandsimmobilien kann das Darlehen den Kaufpreis, Kosten für Reparaturen, Modernisierungen sowie Kaufnebenkosten wie Notar- und Maklergebühren und Grunderwerbsteuer abdecken. 

Bei einem Neubau sind es die Kosten für das Baugrundstück, die Baukosten wie Material- und Lohnkosten, Kosten für den Architekten, den Energieberater, Notar- und Maklergebühren und Grunderwerbsteuer sowie Kosten für Außenanlagen.

Baukindergeld (424)

Das Baukindergeld ist ein Zuschuss für den erstmaligen Erwerb oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum für Familien und Alleinerziehende mit Kindern in Form eines Zuschusses. 

Die Voraussetzungen für das Baukindergeld sind sehr streng. Laut KfW sind Familien mit Kindern und Alleinerziehende förderfähig, die folgende Voraussetzungen erfüllen

  • Im Haushalt gibt es Kinder unter 18 Jahren, für die du oder dein*e Partner*in Kindergeld erhalten.

  • Der unterschriebene, notariell beglaubigte Kaufvertrag oder die Baugenehmigung ist zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.03.2021 datiert.

  • Das neue Zuhause ist dein einziges Wohneigentum in Deutschland.

  • Das Haushaltseinkommen beträgt maximal 90.000 Euro pro Jahr für ein Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind.

  • Das neue Haus oder die neue Wohnung befindet sich in Deutschland. 

  • Deine Staatsangehörigkeit spielt dabei keine Rolle.

Die Höhe des Baukindergeldes richtet sich nach der Anzahl der Kinder und dem maximalen Haushaltseinkommen. Die folgende Tabelle erklärt, wie hoch das Baukindergeld ist.

Konditionen Baukindergeld

Bitte beachte: Der Zuschuss läuft derzeit aus. Der letzte Tag, an dem Familien und Alleinerziehende Baukindergeld beantragen können, ist der 31. Dezember 2023.

Wenn du mehr über das Baukindergeld erfahren möchten, empfehlen wir dir unseren ausführlichen Artikel "Baukindergeld: Förderung für Immobilienbesitzer mit Kindern".

Wohngebäude - Kredit (261, 262)

Mit diesem Darlehen werden die Renovierung, der Neubau oder der Kauf eines neuen oder neu renovierten Effizienzhauses sowie einzelne Energieeffizienzmaßnahmen in bestehenden Immobilien gefördert.

Die Konditionen

Wie beim Förderprogramm 124 gibt es auch hier zwei Finanzierungsformen: das Annuitätendarlehen und das endfällige Darlehen. Den Unterschied zwischen den beiden Darlehensarten haben wir bereits erläutert, kommen wir also gleich zu den Konditionen.

  • Effektiver Jahreszinssatz: 0,57 % bis 0,76 %. Der Zinssatz hängt von der Laufzeit der Hypothek und der tilgungsfreien Zeit ab. 

  • Tilgungsfreie Zeit: 1 bis 5 Jahre

  • Zinsbindungsfrist: 10 Jahre

Darlehenshöhe und Tilgungszuschuss

Die Höhe des Darlehens und des Tilgungszuschusses hängt davon ab, was gefördert werden soll. Die KfW unterscheidet zwischen a) dem Bau und Kauf eines neuen Effizienzhauses, b) der Sanierung von Bestandsimmobilien zu einem Effizienzhaus und c) einzelnen Energieeffizienzmaßnahmen an Bestandsimmobilien.  

Werfen wir einen Blick auf diese speziellen Förderungen.

a) Bau und Kauf eines neuen Effizienzhauses

Der Höchstbetrag bei diesem Darlehen, den du für ein Effizienzhaus aufnehmen kannst, hängt davon ab, wie energieeffizient dein Neubau ist und wie hoch die förderfähigen Kosten sind. Wenn du die Effizienzhausstufen 40 oder 55 erreichst, wird dein Vorhaben mit einem Kreditbetrag von bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit gefördert.

Der maximale Darlehensbetrag erhöht sich auf 150.000 Euro pro Wohneinheit, wenn das Objekt zusätzlich die Kriterien für eine Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse erfüllt oder das Effizienzhaus 40 Plus erreicht.

Mit dem Tilgungszuschuss kannst du viel Geld sparen, denn er reduziert deinen zu tilgenden Darlehensbetrag und verkürzt damit auch die Laufzeit. Das heißt, du musst nicht den gesamten Betrag zurückzahlen. Je besser das Effizienzhausniveau deiner neuen Immobilie ist, desto höher ist der Tilgungszuschuss. Der maximale Tilgungszuschuss beträgt 37.500 Euro pro Wohneinheit.

b) Sanierung von bestehenden Immobilien zum Effizienzhaus

Wie im obigen Fall hängt auch die Höhe des Kredits davon ab, wie energieeffizient deine modernisierte Immobilie ist und wie hoch die förderfähigen Kosten sind. Erreichst du ein Effizienz­haus-Stufe, fördert die KfW dein Vorhaben mit einem Kreditbetrag von bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit.

Der maximale Kreditbetrag erhöht sich auf 150.000 Euro pro Wohneinheit, wenn die Immobilie auch die Kriterien für eine Erneuerbare-Energien-Klasse erfüllt. Und der maximale Tilgungszuschuss beträgt 75.000 Euro pro Wohneinheit.

c) Einzelne energetische Maßnahmen bei bestehenden Immobilien

Wie in den Fällen a) und b) hängt die Höhe des Darlehens davon ab, wie hoch die förderfähigen Kosten sind. Du erhältst maximal 60.000 Euro als Darlehen pro Wohneinheit und Kalenderjahr für energetische Maßnahmen.

Die Höhe des Tilgungszuschusses beträgt 20 Prozent und wird für folgende Maßnahmen gewährt:

  • Wände, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken dämmen

  • Einbau oder Erneuerung von Fenstern und Außentüren

  • Einbau oder Erneuerung von sommerlichem Wärmeschutz

  • Einbau von Lüftungsanlagen

  • Einbau von digitalen Systemen, die den Energieverbrauch optimieren oder technische Anlagen intelligent steuerbar machen

Für heizungstechnische Maßnahmen gilt: Je besser die Maßnahme, desto höher der Tilgungszuschuss, der zwischen 20 und 40 Prozent liegt. Wenn du beispielsweise eine Ölheizung durch eine Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien ersetzen, erhältst du einen höheren Tilgungszuschuss, der je nach neuer Heizungsart bis zu 50 Prozent betragen kann.

Wohngebäude - Zuschuss (461)

Neben dem Wohnbaudarlehen kannst du auch einen Zuschuss beantragen. Der große Vorteil: Du musst ihn nicht zurückzahlen. 

In der Regel werden mit dem Zuschuss die gleichen Maßnahmen gefördert wie mit dem Kredit (261, 262). Über die genauen Voraussetzungen und Bedingungen kannst du dich auf der Website der KfW informieren. 

Wie beantragt man eine KfW-Förderung?

Das KfW-Darlehen wird nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern immer über die "durchleitende Bank". Die meisten großen deutschen Geschäftsbanken, die Baufinanzierungen anbieten, arbeiten mit der KfW zusammen. Das bedeutet, dass du nicht nur den Hauptkredit zur Finanzierung deiner Wunschimmobilie bei der finanzierenden Bank aufnimmst, sondern auch das passende KfW-Darlehen. 

Das KfW-Darlehen wird in der Regel ebenso wie die Hauptfinanzierung über das Grundbuch abgesichert. Allerdings wird in diesem Fall nicht die KfW als Gläubigerin eingetragen, sondern die durchleitende Bank. Denn diese haftet gegenüber der KfW für deine Zahlungsfähigkeit. Das Hauptdarlehen steht in der Rangfolge an erster Stelle, weil es in der Regel eine höhere Restschuld hat. Das KfW-Darlehen ist daher nachrangig gesichert. Am Ende stehen also zwei Darlehen im Grundbuch:

  • Das Hauptdarlehen, meist ein Annuitätendarlehen, Gläubiger: die durchleitende Bank.

  • Das KfW-Darlehen, in der Regel ebenfalls ein Annuitätendarlehen, Gläubiger: ebenfalls die durchleitende Bank.

Kann ich einen KfW-Kredit kündigen?

Du kannst deinen KfW-Kredit jederzeit kündigen. Allerdings ist die Kündigung an Bedingungen geknüpft, die davon abhängen, wie lange dein KfW-Darlehen bereits läuft. 

  • Wenn das KfW-Darlehen seit weniger als 10 Jahren läuft: Beträgt die Laufzeit deines Kredits weniger als 10 Jahre, erhebt die KfW eine Vorfälligkeitsentschädigung. Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung wird von der Bank festgelegt, über die der KfW-Kredit seinerzeit beantragt wurde. Du zahlst dann die ausstehende Restschuld sowie die Vorfälligkeitsentschädigung an die KfW. 

  • Wenn das KfW-Darlehen länger als 10 Jahre läuft: Ein KfW-Darlehen, das länger als 10 Jahre läuft, kannst du jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten kostenlos kündigen. In diesem Fall gilt das gesetzliche Sonderkündigungsrecht nach § 489 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). 

In Zeiten niedriger Zinsen lohnt es sich auch bei KfW-Darlehen, eine lange Zinsbindungsfrist zu wählen, um keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt zu sein. Sollten die Zinsen während der Laufzeit wider Erwarten weiter sinken, greift nach 10 Jahren das Sonderkündigungsrecht. Bei KfW-Krediten, die noch keine 10 Jahre bestehen, lohnt es sich in so einer Situation, die Kosten zu prüfen. Ist die Vorfälligkeitsentschädigung geringer als die Zinsersparnis des neuen Kredits, ist auch in diesem Fall ein Zinswechsel sinnvoll.

Sind Sondertilgungen bei KfW-Darlehen möglich?

Die KfW bietet Sondertilgungen bei ihren KfW-Darlehen nur in sehr eingeschränktem Umfang an und erhebt in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung für Sondertilgungen. Die genaue Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung teilt dir die durchleitende Bank mit, über die du den KfW-Kredit einst beantragt haben.

KfW-Zuschüsse: eine gute Option für deine Baufinanzierung

Wenn du KfW-Förderung nutzt, kannst du viel Geld sparen. Egal, ob du einen Neubau planst oder eine Bestandsimmobilie kaufen willst, du wirst ziemlich sicher eine KfW-Förderung finden, die dich bei deinem Vorhaben unterstützt. Vor allem, wenn es um Energieeffizienz geht.

Unsere Finanzierungsexperten helfen dir in einer persönlichen Beratung gerne, die für dich passende KfW-Förderung zu finden. Vereinbare am besten gleich einen Termin

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Julia Ptock

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