Hypofriend Insights: Frauen sind bei Immobilienkäufen stark unterrepräsentiert

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Julia Ptock

8. März 2021
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Berlin, 08. März 2021 --- Am 08. März wird der Internationale Frauentag gefeiert. Seit über hundert Jahren machen Frauen an diesem Tag auf fehlende Gleichberechtigung aufmerksam. Auch in Deutschland ist das nach wie vor notwendig. Denn die Zahlen des Statistischen Bundesamtes(1) zeigen, dass Frauen beispielsweise bei der Bezahlung noch immer benachteiligt werden. Demnach verdienen Frauen 20 Prozent weniger als Männer. Auf den Brutto-Stundenlohn umgerechnet, ist es ein Minus von 4,44 Euro. 

Auf lange Sicht hat diese Lohnlücke erhebliche Konsequenzen für Frauen. Sie können weniger sparen, vorsorgen und investieren. Es ist also kein Wunder, das vor allem Frauen von Altersarmut betroffen sind. Ein besonders Armutsrisiko stellt dabei die Wohnkostenbelastung im Alter dar. Denn während mit dem Eintritt in die Rente das Einkommen abnimmt, ändert sich an Fixkosten nichts. Der Immobilienverband Deutschland(2) hat erst kürzlich ermittelt, dass die Wohnkostenbelastung bei fast zwei Drittel der Miethaushalte mit einer Bezugsperson ab 65 Jahren bereits bei mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens liegt. Bei Immobilieneigentümern liegt die Belastung bei gerade einmal 10 Prozent. 

Hypofreundinnen: Das Netzwerk für Immobilien-interessierte Frauen

Repräsentative Zahlen, ob Immobilien eher von Männern als von Frauen gekauft werden, gibt es nicht. Klischees, dass Finanzen, Geld und Investments Männerthemen sind, sowie eine nachgewiesen höhere Risikobereitschaft, verstärken jedoch das Bild des Mannes als Immobilienkäufer. Die Auswertung der Daten von Hypofriend untermauern die Annahme. „Wir haben festgestellt, dass gerade einmal 36,6 Prozent der alleinstehenden Antragssteller Frauen sind. Bei Anträgen mit Partner, bei denen die Initiative von der Frau ausging, sind es sogar nur 27,8 Prozent”, erklärt Hypofriend CEO und Co-Gründer Nick Mulder. „Für das Hypofriend-Team und mich war klar, dass die Unterstützung von Frauen beim Einstieg in die Welt der Immobilien eine wichtige Möglichkeit ist, um sie auf den Renteneintritt vorzubereiten. Aus diesem Grund haben wir die Hypofreundinnen-Initiative gestartet.”

Ziel der Hypofreundinnen ist es, ein Netzwerk zu schaffen, in dem Frauen sich gegenseitig unterstützen, finanziell unabhängig zu werden. „Wir wollen als Gemeinschaft Erfahrungen und Wissen austauschen, vertiefen, dazulernen und gemeinsame neue, unabhängige Wege gehen – egal, ob es darum geht, das erste Eigenheim zu kaufen oder durch smarte Immobilienfinanzierung die Altersvorsorge zu sichern”, konkretisiert Linda Janzing, Talent und Operations Managerin bei Hypofriend und Mit-Initiatorin der Hypofreundinnen, die Mission. 

Viele Frauen scheuen sich davor, sich mit dem Thema Immobilien zu beschäftigen. „Manche glauben, dass sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten können, weil sie nicht so viel verdienen wie einige Männer in ihrem Umkreis. Wir wissen aber aus Erfahrung, dass das oft nicht so ist”, erzählt Nicole Weichert, Senior Baufinanzierungsexpertin bei Hypofriend. Um Frauen zu zeigen, wie viel Haus sie sich eigentlich leisten können, veranstalten die Hypofreundinnen regelmäßig Talks und Webinare. „Dabei geht es aber nicht nur um nackte Zahlen. Wir gehen auch auf Fragen, Ängste und Sorgen ein, um so neue Perspektiven zu eröffnen.”

Frauen können sich mehr leisten, als sie denken

Dass die Preise für Immobilien in Deutschland steigen, ist kein Geheimnis. Preise für bestehende Eigentumswohnungen haben 2019 im Bundesdurchschnitt, so ermittelte der Immobilienverband Deutschland3, um 8,3 Prozent zugelegt. Damit fiel der Anstieg geringer aus als im Vorjahreszeitraum (plus 9,4 Prozent). In den Metropolen stiegen die Kaufpreise um 10,4 Prozent und damit schwächer als im Vorjahreszeitraum (plus 10,9 Prozent). Auch wenn die Preissteigerungen einschüchternd wirken, sind die Bedingungen für private Immobilienkäufer nach wie vor gut. Vor allem Eigentumswohnungen sind erschwinglich.   

„Vielen Frauen ist nicht klar, dass sie schon mit einem durchschnittlichen Einkommen und niedrigen fünfstelligen Ersparnissen eine eigene Wohnung leisten können”, erklärt Weichert. In den meisten Städten liegen die Wohnungspreise zwischen 4.000 Euro und 5.000 Euro pro Quadratmeter. Für eine erste Wohnung mit 40 Quadratmetern müssen Käufer und Käuferinnen in der Regel mit einem Preis von rund 200.000 Euro rechnen. Diese Summe klingt für die meisten Frauen abschreckend, doch in Wirklichkeit bräuchten sie nur ein Einkommen von 2.000 Euro und Ersparnisse von 16.000 Euro, wenn sie ohne Makler kaufen. „Es ist wichtig, dass Frauen früher die sogenannte ‘Immobilienleiter’ erklimmen. Indem sie dort, wo sie wohnen, Eigentum erwerben, profitieren sie sofort von ihrer Mietersparnis und von der Wertsteigerung der Immobilie", fügt sie hinzu. Frauen denken oft, dass sie mehr Ersparnisse brauchen als Männer. In der Regel reicht es aber, wenn die Kaufnebenkosten durch die Ersparnisse gedeckt werden.

So sieht die typische Immobilienkäuferin aus

Aber wie sieht die typische Immobilienkäuferin aus? Die Auswertung der Hypofriend-Daten gibt erstmals Einblick in die finanzielle Situation von Käuferinnen in Metropolen und Großstädten. 

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Die durchschnittliche Immobilienkäuferin ist zum Zeitpunkt des Kaufes 35,74 Jahre alte und hat im Mittel ein Einkommen von 3.500 Euro. Das in die Finanzierung eingebrachte Eigenkapital beträgt im Median 70.000 Euro. Der maximale Kaufpreis, die sogenannte ‘Affordability’, die sich aus dem Einkommen, dem Eigenkapital sowie der Tilgung ergibt, beträgt 325.233 Euro. Die letztendlich beantragte Finanzierungssumme liegt allerdings knapp 40.000 Euro darunter, was zeigt, dass die meisten Frauen Darlehen unterhalb ihrer Leistungsfähigkeit aufnehmen. 

Männliche Singles sind beim Immobilienkauf fast zwei Jahre jünger als Frauen und verfügen über mehr Ersparnisse (im Median 80.000 Euro), das Einkommen ist hingegen fast gleich (3.490 Euro). Die Affordability sowie die beantragte Finanzierungssumme sind allerdings um 7,57 Prozent und 11,25 Prozent höher. 

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen zum Zeitpunkt des Kaufes zwar ein gleiches Einkommen haben wie Männer, allerdings fast zwei Jahre älter sind. Die niedrigeren Ersparnisse zum Kaufzeitpunkt ergeben sich durch die Gender-Pay-Gap in den ersten Karrierejahren, in denen Frauen weniger verdienen als Männer und entsprechend weniger ansparen können”, erklärt Mulder die Analysedaten. “Uns persönlich freut am meisten, dass wenn Frauen anfangen sich mit dem Thema Immobilienkauf zu beschäftigen, ihr Selbstvertrauen steigt. Sie sehen, dass sie sich mehr leisten können, als sie denken. Eine umfassende Beratung sowie auf die Lebenssituation abgestimmte Finanzierungsvorschläge ermutigen Frauen dazu, den Weg ins Eigenheim zu gehen.”  

Vergleich Immobilienkäuferin vs. Immobilienkäufer

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Weiterführende Informationen

  1. Statistisches Bundesamt, „Gender Pay Gap 2019: Frauen verdienten 20 % weniger als Männer

  2. Immobilienverband Deutschland, „Fakten-Check Wohneigentum – Altersarmut = Mieterarmut? – „Wohn-Radar“ zum Eigentum in Deutschland”  

  3. Immobilienverband Deutschland, „VD-Wohnpreisspiegel 2019/2020

Über Hypofriend 

Hypofriend ist Deutschlands am schnellsten wachsender unabhängiger Immobilienfinanzierungsberater. 2017 von Nick Mulder, seinem Vater Dr. Christian Mulder und später von Pavel Jurasek gegründet, hilft das Startup seinen Kunden, intelligentere Finanzierungsentscheidungen zu treffen. Durch die selbst entwickelte Beratungs- und Empfehlungssoftware werden komplizierte Zusammenhänge detailliert und nachvollziehbar dargestellt. Das Team von fast 40 Ingenieuren, Ökonomen und Baufinanzierungsexperten hat bereits Tausenden von Kunden dabei geholfen, Immobilienfinanzierungen besser zu verstehen und ihren Traum vom Kauf einer Immobilie in Deutschland zu verwirklichen.

Kontakt

Julia Ptock | Content & PR Managerin | E-Mail: Julia@hypofriend.de

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