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Krankenversicherung für Selbstständige: Kosten, Optionen & Rechner (2026)

Lohnt sich der Wechsel in die private Krankenversicherung? Nutze unseren Rechner, um Einblick in die tatsächlichen Kosten der privaten Krankenversicherung über Deine gesamte Lebensspanne zu erhalten – einschließlich der Auswirkungen von Kindern und Ruhestand.
Zuletzt aktualisiert am 3. Juni 2026

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Jahre
Jahre alt. Du erwartest ein Bruttojahreseinkommen von
. Dies beinhaltet alle steuerpflichtigen Einkünfte aus anderen Quellen, wie etwa Vermietung oder Kapitalanlagen. Wir gehen von einem Basistarif aus, aber Du kannst Deinen monatlichen Beitrag für diesen Tarif auf
anpassen. Du hast
zu versichernde Kinder mit einem Durchschnittsalter von
Jahren und planst zukünftig
Kinder zu haben. Verdient dein Partner 2026 weniger als 565 €/Monat in einem Angestelltenverhältnis? Mehr zu verdienen würde bedeuten, dass er/sie wahrscheinlich in der gesetzlichen Krankenkasse versichert wäre.

Ergebnisse

Monatliche GKV-Kosten in Brutto für Dich

1.226 € 

Monatliche PKV-Kosten in Brutto für Dich

805 €

Monatliche Brutto Mehrkosten in der Rente bei der PKV

1.932 €

Deine Ergebnisse verstehen

Als Selbstständiger mit einem Einkommen von 100.000 € pro Jahr würde Dein monatlicher GKV-Beitrag vor Steuern 1.226 € betragen, was sich auf 14.717 € pro Jahr summiert. In der GKV sind Deine Kinder und Dein Partner ohne zusätzliche Kosten über die Familienversicherung mitversichert. 

Wenn Du Dich stattdessen für die PKV entscheidest, zahlst Du 1.226 € pro Monat für Dich selbst. Im Gegensatz zur GKV benötigt jedes Familienmitglied eine eigene Police. Diese Kosten werden separat ausgewiesen.

Die Auswirkungen auf die gesamte Lebenszeit werden sich unterscheiden, insbesondere wegen der Kosten im Ruhestand. Eine grobe Schätzung der zusätzlichen Kosten ist oben enthalten, wobei vorausgesetzt wird, dass Du für den Rest Deines Arbeitslebens selbstständig bleiben wirst.

Unsere Berater von Pensionfriend sind auch auf Krankenversicherungen spezialisiert. Wir empfehlen Dir, ein kostenloses Beratungsgespräch zu buchen, um alle nötigen Details zu besprechen: Ob die Wahl einer PKV in Deinem Fall sinnvoll ist, was der beste Tarif für Dich wäre und wie Du effizient sparen kannst, um im Ruhestand genug Geld zu haben und die zusätzlichen Kosten zu decken.


Monatlich GKV 

Monatlich PKV 

Für Dich 

1.226 €

805 €

Für Deine gegenwärtig geplanten Kinder

0  1/

Für Deinen Partner/2

1/ Wir gehen davon aus, dass Dein Partner nicht alle drei Bedingungen erfüllt: selbst in der PKV versichert zu sein, mehr als 6.450 €/Monat zu verdienen und mehr als Du zu verdienen. Sollte das doch zutreffen, dann können Deine Kinder nicht kostenlos über Deine GKV mitversichert werden und brauchen eine eigene PKV-Police.

2/ Wenn Dein Partner mehr als 565 €/Monat verdient, gehen wir davon aus, dass Dein Partner angestellt und in der GKV versichert ist oder bereits eine eigene PKV hat, sodass Du nicht für Deinen Partner zahlen musst.

Wie funktioniert die Krankenversicherung für Selbstständige in Deutschland?

Eines der wichtigsten Dinge, die Du als Freelancer oder Selbstständiger verstehen musst: Du bist nicht automatisch über ein Sozialversicherungssystem abgesichert. Im Gegensatz zu Angestellten musst Du Deine Absicherung aktiv selbst wählen, in die Wege leiten und die Kosten hierfür vollständig alleine tragen.

Hier sind die wichtigsten Regeln, die speziell für Dich gelten:

Du kannst frei zwischen GKV und PKV wählen: Angestellte in Deutschland können nur dann in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln, wenn ihr Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (77.400 € in 2026) überschreitet. Diese Schwelle gilt für Dich als Selbstständigen nicht. Die Entscheidung für die PKV kannst Du unabhängig von Deinem Einkommen treffen.

Du musst 100 % des Beitrags selbst tragen, egal ob in der GKV oder PKV: In einem Angestelltenverhältnis übernimmt der Arbeitgeber rund die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags. Bei der PKV zahlt der Arbeitgeber bis zu 50 % der Prämie, gedeckelt auf 508,59 € pro Monat. Als Selbstständiger hast Du keinen Arbeitgeber, Du trägst deshalb die vollen Kosten selbst - einschließlich der Beiträge zur Pflegepflichtversicherung.

Eine Versicherung ist Pflicht: Die Krankenversicherung ist in Deutschland für jeden gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt keine rechtliche Möglichkeit, unversichert zu bleiben.

Teilzeit-Selbstständige sind meist noch über ihren Hauptberuf abgesichert: Wenn Du angestellt aber nebenberuflich noch selbstständig bist, bleibst Du in der Regel über Deinen Arbeitgeber versichert, insofern Dein Hauptberuf mehr Einkommen generiert und Du weniger Zeit für Deine Nebentätigkeit als für Deine Haupttätigkeit aufwendest. Diese Regeln gelten für diejenigen, die primär angestellt sind.

Der Sonderfall der Künstlersozialkasse (KSK): Selbstständige Künstler und Journalisten können für die KSK qualifiziert sein. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales fungiert sie wie ein Arbeitgeber und übernimmt rund 50 % Deiner Sozialversicherungsbeiträge; bei einer privaten Krankenversicherung ist der Zuschuss auf den gesetzlichen Arbeitgeberanteil gedeckelt – aktuell etwa 508 € pro Monat. Es lohnt sich zu prüfen, ob diese Ausnahme auch auf Dich zutrifft.

Wie viel kostet die Krankenversicherung für Selbstständige?

GKV-Kosten für Selbstständige

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird dein Beitrag als Prozentsatz Deines Einkommens berechnet. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) gelten für 2026 folgende Eckwerte:

  • Allgemeiner Beitragssatz: 14,6 % des steuerpflichtigen Einkommens.

  • Durchschnittlicher Zusatzbeitrag: 2,9 % (Referenzwert des BMG). Bitte beachte, dass dies nur ein Orientierungswert ist; jede Krankenkasse legt ihren eigenen Satz fest, der 2026 zwischen ca. 2,2 % und 4 % liegt. Die Liste der aktuellen Sätze wird (gesetzliche Vorschrift) vom GKV-Spitzenverband veröffentlicht (§ 242 Abs. 5 SGB V). Ein Vergleich ist sehr kompliziert; meist bieten teurere Kassen mehr Zusatzleistungen, jedoch auch nicht immer.

  • Pflegeversicherung: 3,6 % für Personen mit einem Kind bzw. 4,2 % für kinderlose Personen.

  • Effektiver Gesamtsatz: Üblicherweise zwischen 20 % und 22 % Deines Einkommens, abhängig vom Zusatzbeitrag Deiner Krankenkasse und Deinem Elternstatus.

Der Mindestbeitrag: Das Ministerium legt eine Untergrenze fest. Selbst wenn Dein tatsächlicher Gewinn sehr gering ist, berechnet die GKV Deine Beiträge auf Basis einer Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € pro Monat (Stand 2026). Das bedeutet, der Mindestbeitrag liegt bei etwa 222,80 € pro Monat.

Der Höchstbeitrag: Es gibt auch eine Obergrenze. Laut den offiziellen Regierungangaben für 2026 sind die Beiträge auf ein Einkommen von 5.812,50 € pro Monat gedeckelt (Beitragsbemessungsgrenze). Dies führt zu einem maximalen Gesamtbeitrag von ungefähr 1.261 € pro Monat für Kinderlose (Kranken- und Pflegeversicherung kombiniert).

Weitere Einkünfte zählen: Gemäß § 240 SGB V berechnet die GKV die Beiträge nach Deiner gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Für freiwillig versicherte Selbstständige bedeutet dies, dass alle Einkommensarten berücksichtigt werden, wie zum Beispiel Mieteinnahmen oder Kapitalerträge - nicht nur der Gewinn aus dem Gewerbe.

Gründungszuschuss und Krankenversicherung: Wenn Du einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit erhältst, wird dieser laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales in die Beitragsberechnung einbezogen. Der Teil, der die Sozialversicherungspauschale von 300 € übersteigt, gilt als Einkommen und kann Deine monatliche Prämie erhöhen.

Wie Dein Beitrag berechnet und rückwirkend angepasst wird

Da Selbstständige kein festes Gehalt haben, schätzt die Krankenkasse Deinen Beitrag zunächst auf Basis Deines letzten Einkommensteuerbescheids vorläufig ein. Sobald der Steuerbescheid für das betreffende Jahr vorliegt, wird der Beitrag rückwirkend korrigiert: Hast Du mehr verdient als geschätzt, zahlst Du die Differenz nach; bei weniger Einkommen erhältst Du eine Rückerstattung.

Zwei wichtige Punkte:

  1. Wenn Du Deinen Steuerbescheid nicht innerhalb von drei Jahren einreichst, dann berechnet die Krankenkasse rückwirkend den Höchstbeitrag für den gesamten Zeitraum. Reiche ihn daher immer rechtzeitig ein.

  2. Wenn Dein Einkommen in einem Jahr um mehr als 25 % sinkt, kannst Du eine Neuberechnung der Beiträge noch während des laufenden Jahres beantragen (unter Vorlage eines Vorauszahlungsbescheids oder einer Bestätigung der Finanzbehörde).

Was zu Beginn Deiner Selbstständigkeit passiert

Wenn du Dich das erste Mal selbstständig machst, liegt noch kein Steuerbescheid vor. In diesem Fall darfst Du Dein erwartetes Einkommen schätzen. Sobald der erste Bescheid eintrifft, korrigiert die Krankenkasse den Beitrag rückwirkend. Manche Gründer zahlen freiwillig von Beginn an den Höchstbeitrag, um hohe Nachzahlungen zu vermeiden – das schont zwar nicht Dein Geld, schützt Dich aber vor bösen Überraschungen.

Die 3-Monats-Frist für den GKV-Verbleib:

Wenn Du zuvor als Angestellter pflichtversichert warst und nach dem Schritt in die Selbstständigkeit freiwillig in der GKV bleiben möchtest, musst Du den Antrag auf freiwillige Weiterversicherung innerhalb von drei Monaten nach Ende der Pflichtversicherung stellen. Verpasst Du diese Frist, verlierst Du unter Umständen das Recht auf die freiwillige GKV.

Wenn Du vor Deiner Selbstständigkeit in der studentischen GKV warst, gilt dieselbe Dreimonatsfrist ab dem Tag, an dem Deine studentische Versicherung endet, sofern Du die Vorversicherungszeiten erfüllst. Wenn Du aus dem Ausland einreist, deckt die GKV gemäß § 9 Nr. 5 SGB V nur Arbeitnehmer ab, die nach Deutschland zurückkehren; Selbstständige, die ohne eine Vorversicherungszeit in einer gesetzlichen Krankenversicherung der EU einreisen, haben keinen Zugang zur freiwilligen GKV und müssen stattdessen der PKV beitreten.

Krankengeld: Eine wichtige Wahl in der GKV

Das Krankengeld ist für Selbstständige in der GKV nicht automatisch enthalten. Du wählst zwischen zwei Optionen:

  • Ermäßigter Satz (14,0 %): Ohne Anspruch auf Krankengeld.

  • Allgemeiner Satz (14,6 %): Beinhaltet Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Wenn Du schon eher abgedeckt sein möchtest, etwa von Tag 15 oder 22, kannst Du einen Wahltarif für die zusätzlichen Kosten nutzen. 

Da der Aufschlag recht gering ist, kann es ratsam sein, diese Zusatzoption zu wählen.  Während Angestellte Sechs Wochen Lohnfortzahlung erhalten, bekommst Du als Selbstständiger ohne diese Absicherung nämlich gar nichts. Ein Krankentagegeld ist ein optionaler Zusatz, mit dem Du einen festen Tagessatz erhältst, falls Du arbeitsunfähig bist. Ohne diesen Schutz kann eine längere Krankheit Wochen oder Monate ohne Einkommen bedeuten. Als Faustformel kannst du 80–100 % Deines Nettoeinkommens als Krankentagegeld versichern.

PKV-Kosten für Selbstständige

Die PKV funktioniert nach einem grundlegend anderen Prinzip. Im Gegensatz zur GKV orientiert sich Deine Prämie nicht an deinem Einkommen. Dein Beitrag wird stattdessen auf Basis individueller Faktoren wie dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang berechnet.

Der PKV-Verband gibt an, dass die durchschnittlichen monatlichen Kosten für eine private Krankenversicherung im Jahr 2026 bei rund 617 € liegen. Dieser Wert dient als allgemeiner Orientierungspunkt für Deine Planung, wobei individuelle Kosten je nach persönlichem Profil höher oder niedriger ausfallen können.

Während Dein persönliches Profil den Endpreis bestimmt, lassen sich die typischen monatlichen Kosten für Selbstständige im Allgemeinen in folgende Kategorien einteilen:

  • Basistarif: Ab ca. 450 € pro Monat.

  • Komforttarif: Ab ca. 800 € pro Monat.

  • Premiumtarif: Ab ca. 1.000 € pro Monat.

Diese Schätzungen basieren auf einer 35-jährigen Person ohne gesundheitliche Probleme.

Kann ich als Selbstständiger meine Familie mitversichern?

Ob deine Familie mitversichert ist und zu welchen Kosten, hängt ganz davon ab, für welches System du dich entscheidest. GKV und PKV unterscheiden sich hier massiv. Für Familien mit Kindern oder einen Partner ohne eigenes Einkommen kann dies einer der finanziell relevantesten Entscheidungsfaktoren sein.

Kann ich meine Kinder versichern?

In der GKV: Kinder sind über die Familienversicherung (§ 10 SGB V) beitragsfrei mitversichert. Der Schutz gilt bis zum 18. Lebensjahr, bei fehlendem Einkommen bis zum 23. Lebensjahr, oder bis zum 25. Lebensjahr, wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden. Für  Kinder mit Behinderung, die sich nicht selbst unterhalten können, gibt es keine Altersgrenze.

Die einzige Ausnahme: Wenn Dein Partner in der PKV ist, mehr als 6.450 € im Monat verdient und zudem mehr verdient als Du, können die Kinder nicht kostenlos über Deine GKV versichert werden und benötigen eine eigene Police.

In der PKV: Jedes Kind benötigt eine eigene Police. Neugeborene können jedoch ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen werden, wenn sie innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt angemeldet werden und mindestens ein Elternteil seit drei Monaten PKV-versichert ist (Kindernachversicherung).

Kann ich meinen Ehe- oder Lebenspartner versichern?

In der GKV: Dein Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner kann über die Familienversicherung (§ 10 SGB V) beitragsfrei mitversichert werden, sofern das Einkommen im Jahr 2026 nicht mehr als 565 € pro Monat (oder bis zu 603 € pro Monat bei einem Minijob) beträgt. Zudem darf der Partner nicht hauptberuflich selbstständig sein. 

Wenn Dein Partner allerdings mehr als 565 € im Monat verdient, benötigt er eine eigene Versicherung, sei es  freiwillig GKV oder PKV.

In der PKV: Dein Partner ist niemals über Deine Police mitversichert. Er benötigt immer eine eigene Police, unabhängig vom Einkommen. Hier hat die GKV einen klaren strukturellen Vorteil für Alleinverdiener-Familien.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung im Ruhestand?

In der GKV: Wenn du in der zweiten Hälfte Deines Arbeitslebens zu mindestens 90 % GKV-versichert warst, bist Du automatisch in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert. In diesem Fall übernimmt die Deutsche Rentenversicherung etwa die Hälfte Deines Beitrags. Erfüllst Du diese Voraussetzung nicht, bleibst Du freiwilliges GKV-Mitglied und musst den vollen Beitrag allein tragen.

In der PKV: Dein Beitrag sinkt nicht, wenn Du in Rente gehst; er bleibt unabhängig von Deinem Renteneinkommen fest. Die über die Jahre gebildeten Altersrückstellungen helfen dabei, einige Kostensteigerungen abzufangen. Wenn Du eine gesetzliche Rente beziehst, kannst Du bei der Deutschen Rentenversicherung einen Zuschuss von bis zu 50 % Deines tatsächlichen PKV-Beitrags beantragen.

Die Voraussetzungen dafür sind, dass Du eine gesetzliche Rente beziehst, voll privat versichert bist (nicht nur zusatzversichert) und den Zuschuss aktiv beantragst. Der gewährte Betrag ist auf den niedrigeren Wert aus entweder 50 % Deines PKV-Beitrags oder 7,3 % Deiner gesetzlichen Rente begrenzt. Das bedeutet, dass Du wahrscheinlich nicht die vollen 50 % erhalten wirst. Wir können die Kosten über die gesamte Lebensspanne für Dich auswerten, einschließlich solcher Zuschüsse.

Kann ich von der PKV zurück in die GKV wechseln?

Für Selbstständige ist der Rückweg in die GKV schwierig und oft unmöglich. Der gängigste Weg ist die Aufgabe der Selbstständigkeit und die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung mit einem Gehalt unter 77.400 € im Jahr, das Dich zu einer GKV-Versicherung verpflichtet.

Ab einem Alter von 55 Jahren ist dieser Weg gemäß § 6 Abs. 3a SGB V faktisch versperrt. Wer in den vorangegangenen fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war, ist eigentlich von der Rückkehr ins GKV-System ausgeschlossen. Der einzige Weg wäre möglicherweise über einen Wechsel in ein Angestelltenverhältnis unterhalb der Versicherungspflichtgrenze. Und dieser müsste rechtzeitig erfolgen, um den Zugang wieder zu öffnen. Ein oder zwei Monate einer solchen Anstellung könnten jedoch ausreichen, um den Zugang wieder zu öffnen. 

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich die Selbstständigkeit aufgebe?

Wenn Du Deine Selbstständigkeit beendest, hängt das weitere Vorgehen davon ab, was Du als Nächstes tust und in welchem System du aktuell versichert bist.

Wenn Du in ein Angestelltenverhältnis zurückkehrst

Nimmst Du einen Job mit einem Bruttogehalt von unter 77.400 € pro Jahr an, wirst Du automatisch wieder versicherungspflichtig in der GKV. Dein Arbeitgeber übernimmt dann etwa die Hälfte der Beiträge. Falls Du in der PKV warst, endet Deine dortige Versicherung und Du kehrst in die GKV zurück. Dabei können jedoch – je nach Anbieter – Deine aufgebauten Altersrückstellungen verloren gehen. In manchen Fällen können diese Reserven bei einer späteren Rückkehr zum selben Anbieter reaktiviert oder „eingefroren“ werden. Bei einem Gehalt über 77.400 € kannst Du wählen, ob Du in der PKV bleiben oder freiwillig in die GKV wechseln willst.

Wenn Du Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) hast

Der Bezug von ALG I löst gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V eine Versicherungspflicht in der GKV aus; die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dann Deine Beiträge. Warst Du zuvor in der PKV, kannst du innerhalb von drei Monaten eine Befreiung von der Versicherungspflicht nach § 8 Abs. 1 Nr. 1a SGB V beantragen. Falls diese gewährt wird, leistet die Bundesagentur einen Zuschuss zu Deiner PKV-Prämie in Höhe des GKV-Äquivalents.

Wenn du kein Einkommen und keinen Anspruch auf ALG I hast

Falls Dein Ehe- oder Lebenspartner in der GKV versichert ist und Dein Einkommen unter 565 € im Monat bleibt, kannst du beitragsfrei über die Familienversicherung mitversichert werden. Andernfalls musst Du Deine Versicherung eigenständig fortführen.

PKV für Selbstständige: Die Regeln im Detail

Bevor Du einen PKV-Vertrag unterzeichnest, solltest Du diese Bedingungen kennen, die Deine Absicherung und Kosten über Jahre hinweg definieren:

Gibt es eine Gesundheitsprüfung?

Ja. Bevor Du in einen PKV-Tarif aufgenommen wirst, bewerten die Versicherer Deinen Gesundheitszustand. Vorerkrankungen können zu höheren Prämien (Risikozuschlägen), Leistungsausschlüssen oder in manchen Fällen zur kompletten Ablehnung führen. Dies ist ein grundlegender Unterschied zur GKV, die jeden unabhängig von der Krankengeschichte aufnehmen muss.

Gibt es Wartezeiten in der PKV?

Ja, in der Regel drei Monate für die meisten Behandlungen und bis zu acht Monate für Zahnbehandlungen. Wenn Du jedoch ohne Unterbrechung direkt von der GKV oder einer anderen PKV wechselst, werden Deine Vorversicherungszeiten normalerweise auf die Wartezeit angerechnet.

Was ist eine Selbstbeteiligung und wie beeinflusst sie meine Prämie?

In der PKV kannst Du eine jährliche Selbstbeteiligung wählen (oft zwischen 0 € und 2.000 €). Eine höhere Selbstbeteiligung führt zu einer niedrigeren monatlichen Prämie – ein nützliches Instrument für Selbstständige, die variable Cashflows steuern müssen. Stelle jedoch sicher, dass Du den Betrag im Ernstfall auch in einem wirtschaftlich schwierigen Jahr stemmen kannst.

Wie funktionieren Altersrückstellungen in der PKV?

Die PKV bildet Altersrückstellungen. Das bedeutet, dass ein Teil Deiner Beiträge in jungen Jahren angespart wird, um die Prämien im Alter stabil zu halten. Gemäß § 341 HGB sind Versicherer gesetzlich zur Bildung dieser Rücklagen verpflichtet. Zudem schreibt § 12a VAG einen gesetzlichen Beitragszuschlag von 10 % vor, der gezielt für die Begrenzung von Beitragssteigerungen im Alter verwendet wird. Das ist ein weiterer Grund, weshalb ein früher Eintritt in die PKV finanziell vorteilhaft ist und ein Grund dafür, dass ein später Austritt den Verlust dieser angehäuften Rücklagen bedeutet.

Ist die private Krankenversicherung steuerlich absetzbar?

Ja, teilweise. Als Selbstständiger kannst Du den Teil Deines PKV-Beitrags, der auf die Basisabsicherung entfällt, als Sonderausgaben ohne festen Höchstbetrag absetzen. Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder Heilpraktikerkosten sind hingegen steuerlich nicht voll absetzbar. Dein Versicherer stellt dir jährlich eine Bescheinigung aus, die den absetzbaren Anteil exakt ausweist.

In der Praxis sind etwa 80 % einer typischen PKV-Prämie als Basisabsicherung steuerlich absetzbar. In der GKV sind Deine Beiträge ebenfalls absetzbar, mit Ausnahme des Anteils für das Krankengeld.

Ist die PKV bezahlbar, wenn mein Einkommen niedrig ist?

Es gibt in Deutschland keinen speziellen PKV-Tarif für Geringverdiener; dies ist eines der häufigsten Missverständnisse unter Gründern in der Startphase. Die PKV kennt keine einkommensabhängige Preisgestaltung. Es gibt jedoch einige Mechanismen, die die Kosten handhabbarer machen können:

Hohe Selbstbeteiligung

Die Wahl einer jährlichen Selbstbeteiligung von 1.000 € bis 2.000 € kann Deine monatliche Prämie erheblich senken, insbesondere wenn du jung und gesund bist. Dies ist der praktischste Hebel für Gründer, die auf ihren Cashflow achten müssen.

Gründer- oder Einsteigertarife

Einige Versicherer bieten spezielle Einführungstarife für neue Selbstständige an. Diese zeichnen sich durch niedrigere Prämien in den ersten Jahren aus, verbunden mit der Option, bei steigendem Einkommen in leistungsstärkere Tarife zu wechseln. Diese Tarife sind nicht marktweit standardisiert; die Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen Versicherer ab.

Basistarif

Dies ist ein gesetzlich vorgeschriebener Mindesttarif, den jeder private Krankenversicherer gemäß § 152 VAG anbieten muss. Die Leistungen sind weitgehend mit der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar, und die Prämien sind auf den Höchstbeitrag der GKV (aktuell ca. 1.000 € pro Monat) gedeckelt. In finanziellen Härtefällen kann die Prämie auf Antrag um bis zu 50 % reduziert werden.


Aber Achtung: Selbst in dieser reduzierten Form liegen die Kosten meist noch bei rund 500 € pro Monat. Damit ist der Basistarif kein „Billigtarif“ für niedriges Einkommen. Er ist als soziales Auffangnetz gedacht und bietet im Vergleich zu regulären Privattarifen oft einen eingeschränkteren Zugang zu Ärzten und strengere Erstattungsregeln.

Der entscheidende Punkt: Im Gegensatz zur GKV passen sich PKV-Prämien nicht an Dein Einkommen an. Wenn Dein Geschäft einen schlechten Monat hat, bleibt Deine Prämie exakt gleich. Das macht die PKV potenziell sehr erschwinglich für junge, gesunde Selbstständige, die sich für einen Tarif mit hohem Selbstbehalt entscheiden. Es bedeutet jedoch auch, dass Du ein finanzielles Polster benötigst, um Einkommensschwankungen abfedern zu können.

GKV vs. PKV für Selbstständige: Der Vergleich


GKV

PKV

Beitragsbemessung

Dein Einkommen (inkl. Miet- und Kapitalerträge)

Eintrittsalter & Gesundheitszustand

Mindestkosten (2026)

260–278 € basierend auf einem Mindesteinkommen von 1.318,33 €

Basis: ab ca. 450 €/Monat· Komfort: ab 800 € /Monat· Premium: ab 1.000 €/Monat

Durchschnittskosten (2026)

ca. 18,2–18,6 % inkl. Pflege; zzgl. Zusatzbeitrag von 2,2-4 %

617 €/Monat (PKV-Verband Durchschnittswert 2026)

Höchstkosten (2026)

1.261 €/Monat (Kinderlose, Höchstbeitrag)

Keine gesetzliche Obergrenze

Mitversicherung von Kindern

In der Familienversicherung Beitragsfrei bis 18 (oder 25 falls in Ausbildung/Studium), gegeben das Einkommen des anderen Elternteils übersteigt nicht 6.450 €/Monat

Jedes Kind benötigt eigene Police. Neugeborene können ohne Gesundheitscheck innerhalb von 2 Monaten hinzugefügt werden (Kindernachversicherung)

Mitversicherung von Partnern

Beitragsfrei für Partner ohne/mit geringem Einkommen, vorausgesetzt dessen Einkommen übersteigt nicht 565 €/Monat (Familienversicherung)

Eigene Police für den Partner erforderlich

Arbeitgeberzuschuss

Keiner – Du zahlst 100 %

Keiner – Du zahlst 100 %

Steuerliche Absetzbarkeit

Voll absetzbar (als Sonderausgaben (exkl. Krankengeldanteil unter § 10 EStG)

Basisabsicherung (mist 80 % der Prämie) ist voll absetzbar ohne Obergrenze; zusätzliche Vorteile wie private Zimmer oder Expertenzugang sind nicht absetzbar (§ 10 EStG)

Einkommensanpassung

Ja – steigt und fällt mit dem Verdienst

Nein – bleibt unabhängig vom Verdienst fix

Vorerkrankungen

Immer versichert, keine Risikozuschläge

Können zu Ausschlüssen, höheren Prämien oder Ausschluss führen

Krankengeld inklusive

Optional wählbar - Standardrate (14,6 %) schließt Krankengeld vom 43. Tag an ein; die reduzierte Rate (14,0 %) schließt es nicht ein.

Nicht enthalten – separates Krankentagegeld erforderlich

Leistungsflexibilität

Gesetzlich standardisiert

Hochgradig individualisierbar, je nach Plan und Anbieter

Rückkehr in die GKV

-

Schwierig – meist nur über Anstellung < 77.400 €/Jahr und vor dem 55. Geburtstag

Kosten im Ruhestand

Wenn Du die 9/10-Regelung erfüllst und in der zweiten Hälfte Deines Erwerbslebens zu 9/10 der Zeit in der GKV versichert warst, übernimmt die Deutsche Rentenversicherung etwa die Hälfte Deines Beitrags

Der Beitrag bleibt unabhängig von Deinem Renteneinkommen stabil; Altersrückstellungen helfen dabei, die Kosten zu stabilisieren; zudem ist ein Rentenzuschuss von bis zu 50 % Deines Beitrags möglich

Die Entscheidung zwischen GKV und PKV hängt von Deiner langfristigen Karriereplanung und Deinen familiären Zielen ab. Während das eine System sofortige Ersparnisse bieten kann, bietet das andere eine einkommensabhängige Stabilität. Die richtige Wahl hängt ganz von Deiner persönlichen Finanzstrategie ab und davon, wie Du Deine Gesundheitskosten im Zeitverlauf managen möchtest.

Noch unsicher, welcher Weg der richtige für dich ist?

Wenn du mehr Details zu den Unterschieden zwischen dem gesetzlichen und dem privaten System, zur Beitragsentwicklung und zu den langfristigen Regelungen wünscht, kannst Du unseren umfassenden Leitfaden lesen:

Dr. Chris Mulder

Dr. Chris Mulder

Dr. Chris ist ein ehemaliger leitender Wirtschaftswissenschaftler und Manager beim Internationalen Währungsfond und der Weltbank. Er ist einer der Mitbegründer von Hypofriend.

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