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Rechtsschutzversicherung: Damit du zu deinem Recht kommst

Manchmal braucht man einfach einen Anwalt. Zum Glück deckt eine gute Rechtsschutzversicherung die Kosten ab. Wir erklären, worauf es dabei ankommt.
Jan Bandke

Jan ist einer von Hypofriends Finanzierungsexperten.

Aktualisiert am 15. Juli 2025

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Jan ist einer von Hypofriends Finanzierungsexperten.

Ob nach einer kleinen Karambolage, einer ungerechtfertigten Kündigung oder einem Streit mit deinen Mietern - damit du nicht nur Recht hast, sondern auch zu deinem Recht kommst, brauchst du oft die Hilfe eines Anwalts. Doch gute Rechtsberatung ist teuer - vor allem, wenn der Streit nicht einfach beigelegt werden kann, sondern vor Gericht landet. Zum Glück gibt es dafür eine Absicherung in Form einer Rechtsschutzversicherung.

Die wichtigsten Punkte

  • Eine Rechtsschutzversicherung ist eine individuelle Angelegenheit, die einzelnen Komponenten sollten gut auf dich und deine Lebenssituation abgestimmt sein
  • Selbstbeteiligungen sollten nicht um jeden Preis vermieden werden, da sie die Gesamtkosten senken
  • Wenn du eine Immobilie vermietest, solltest du dich unbedingt mit einer speziellen Vermieterrechtsschutzversicherung absichern
  • Als Bauherr haast du keine große Auswahl, solltest aber trotzdem eine Versicherung abschließen
  • Was die Rechtsschutzversicherung für dich leistet

    Es gibt nicht die eine Rechtsschutzversicherung, die absolut alle Fälle abdeckt, sondern es gibt Versicherungen für spezielle Themen (z. B. spezielle Berufsgruppen) oder Versicherungen, die die häufigsten Fälle abdecken. Die vier üblichsten Bausteine einer Rechtsschutzversicherung sind:

    • Privat-Rechtsschutz

    • Berufs-Rechtsschutz

    • Verkehrs-Rechtsschutz

    • Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz

    Außerdem gibt es noch einige spezifischere Arten, für die du Versicherungsschutz erhalten kannst:

    • Vermieterrechtsschutz

    • Bauherrenrechtsschutz

    In der Regel hilft dir die Rechtsschutzversicherung dabei, deine Chancen einzuschätzen, und empfiehlt dir außerdem einen Anwalt, der über das erforderliche Fachwissen auf dem jeweiligen Gebiet verfügt. Außerdem erhältst du eine Bestätigung, dass die Versicherung die Kosten für deinen Anwalt und möglicherweise auch zusätzliche Kosten übernimmt, falls du vor Gericht gehen musst.

    Was bedeutet die Selbstbeteiligung im Rechtsschutzversicherungsvertrag?

    In der Regel ist es ratsam, in deinem Vertrag eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Der Betrag hängt von deinem Versicherungsschutz ab und kann zwischen 150 € und 1.000 € liegen.

    Selbstbeteiligung bedeutet, dass du im Falle eines Rechtsstreits die ersten 150 oder 1.000 € aus eigener Tasche zahlen musst und der Rest von der Versicherung übernommen wird.

    Wenn du deinen Rechtsstreit gewinnst und ein Richter entscheidet, dass deine Kosten von der gegnerischen Seite getragen werden müssen, erhältst du in der Regel eine Erstattung deiner Selbstbeteiligung.

    Wir empfehlen dir, dich für eine Versicherung mit Selbstbeteiligung zu entscheiden, denn einerseits hilft sie, die Prämienkosten zu senken, und andererseits sind gewisse Versicherungen auch nur mit einer Selbstbeteiligung möglich.

    Unsere Empfehlung für die private Rechtsschutzversicherung

    Deine allgemeine Rechtsschutzversicherung kannst du dir wie Bausteine vorstellen. Du kannst sie kombinieren, um einen Versicherungsschutz genau nach deinen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten.

    Es ist ratsam, mit dem Privat-Rechtsschutz zu beginnen und dann eine der oben genannten Zusatzversicherungen zu wählen. Als Einzellösung kannst du entweder den Privat- oder den Verkehrs-Rechtsschutz abschließen. Der Teil „Arbeit“ und „Wohnen“ ist in der Regel nur in Kombination mit dem Privat-Rechtsschutz erhältlich.

    Was ist in diesen vier „Bausteinen“ enthalten?

    Privat: Die Privatrechtsschutzversicherung deckt in der Regel verschiedene Bereiche deines Privatlebens ab. Zum Beispiel Verträge zwischen dir und einem Unternehmen, bei dem du ein Produkt oder eine Dienstleistung erworben hast. Aber auch Steuerangelegenheiten fallen in diesen Bereich, etwa wenn deine Werbungskosten vom Finanzamt nicht anerkannt werden. Auch die Inanspruchnahme eines Anwalts zur Geltendmachung von Schadenersatz nach einem Unfall, bei dem ein anderer die Schuld trägt, fällt beispielsweise in diesen Bereich. Oder wenn du dein Recht auf einen Kindergartenplatz einklagen willst. 

    Ein besonderer Zusatzschutz im privaten Bereich ist der sogenannte „erweiterte Strafrechtsschutz“ – das bedeutet, dass die Versicherung auch Schutz bei strafrechtlichen Vorwürfen bietet. Es besteht Rechtsschutz für die Verteidigung gegen den Vorwurf der fahrlässigen sowie der vorsätzlichen Begehung von Straftaten. 

    Diese Prozesse können recht kostspielig werden, sodass man mit einer entsprechenden Versicherung einiges an Geld sparen kann.

    Hinweis: Wirst du verurteilt, weil du die Straftat begangen hast, erlischt der Rechtsschutz und alle von der Versicherung übernommenen Kosten müssen trotzdem bezahlt werden.

    Beruf: Wie der Name schon suggeriert, deckt das Modul Beruf alle rechtlichen Fragen ab, die sich aus deinem Arbeitsverhältnis ergeben können. Zum Beispiel, wenn du dich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehrst, wenn du einen Streit über dein Arbeitszeugnis hast oder wenn du eine ungerechtfertigte Abmahnung erhalten hast.

    Verkehr: Ebenfalls recht einfach: Hier bist du entweder als privater Fahrer eines Autos, als Fahrgast in öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar als Fußgänger versichert. Mögliche Rechtsfälle können von dem klassischen Bußgeld für zu schnelles Fahren hin zu Sachverhalten im Zusammenhang mit einem Unfall reichen.

    Immobilien: Dies gilt entweder für dich als Mieter oder als Eigentümer einer Immobilie. Allgemeine Rechtsfälle können sich aus Problemen mit der Hausverwaltung ergeben, bei Problemen mit der Nebenkostenabrechnung, oder es kann sich um einen Rechtsfall innerhalb der Eigentümergemeinschaft handeln.

    Vermieterschutz: Unterstützung bei Mietrückständen, Mietnomaden und mehr  

    Der Vermieterschutz ist eine spezielle, eigenständige Lösung, die dir als Vermieter hilft, dich gegen Rechtsstreitigkeiten mit deinen Mietern zu schützen.

    Der Versicherungsschutz kann mit einer Bonitätsprüfung in der Phase der Mieterauswahl beginnen, einige Tarife umfassen auch die Unterstützung bei einem Übergabeprotokoll. 

    Über eine Telefon-Hotline erhältst du zusätzliche Unterstützung, wenn du glaubst, dass es aus den unterschiedlichsten Gründen zu einem Rechtsstreit kommen könnte, z. B. bei mehrfachem Zahlungsverzug, bei Meinungsverschiedenheiten darüber, wer für bestimmte Reparaturen aufkommen soll, oder wenn du Probleme mit den Reparaturen hast, die von einem Handwerker ausgeführt werden.  

    Außerdem unterstützt dich diese Rechtsschutzversicherung je nach Anbieter beim Forderungsmanagement. So kannst du das einem spezialisierten Dienstleister überlassen und nimmst die persönlichen Emotionen raus.

    Bauherrenversicherung: Schützt dich, wenn du ein Haus kaufst oder baust

    Der Bauherren-Rechtsschutz ist sinnvoll, wenn du eine neue Immobilie kaufen oder bauen willst. In Deutschland gibt es nur zwei Anbieter, die diese sehr spezielle Deckung überhaupt anbieten:

    • ARAG – als Teil des normalen Versicherungsschutzes und bis zu 20.000 EUR an Anwaltskosten

    • ÖRAG – Spezialversicherungen bis zu 100.000 EUR Rechtsschutzkosten

    Achtung: Beide Versicherungen müssen vor dem Notartermin abgeschlossen werden. Bei der ARAG hast du zusätzlich eine Wartezeit von sechs Monaten, bevor der Versicherungsschutz greift. Unsere Erfahrung in diesem Fall: Entweder hast du schon vor längerer Zeit einen Vertrag mit der ARAG abgeschlossen, oder wir empfehlen dir die ÖRAG.

    Was ist das Besondere an diesem Schutz? 

    Wie bereits erwähnt, bieten die meisten Rechtsschutzversicherungen diesen Versicherungsschutz gar nicht an. Es gibt also keine Wahlmöglichkeit, wenn man sich für einen Rechtsschutz als Bauherr/in entscheidet. Andererseits deutet dies auch darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Rechtsstreits im Zusammenhang mit einer neu gebauten Immobilie recht hoch ist. Andernfalls würden mehr Versicherer diesen Schutz anbieten und es gäbe mehr Auswahl.

    Die Beispiele, wann dieser Schutz benötigt wird, können sehr vielfältig sein: von einer verspäteten Fertigstellung der Immobilie hin zu Qualitätsproblemen beim Bau oder sogar Planungsfehlern vonseiten des Architekten.

    All diese Dinge können sehr teuer werden und schnell einen sechsstelligen Streitwert erreichen. Außerdem berechnen Anwälte und Gerichte ihre Gebühren auf der Grundlage des Streitwerts, auch hier schnellen die Kosten bei einem Neubau in enorme Höhen.  

    Bei der Rechtsschutzversicherung für Bauherren hast du deshalb auch eine höhere Selbstbeteiligung als bei den meisten normalen Rechtsschutzversicherungen: Die Selbstbeteiligung beträgt entweder 400 € oder 1.000 € und wird um 150 € reduziert, wenn du einen vom Rechtsschutzversicherer empfohlenen Anwalt konsultierst. Am Ende musst du im Falle eines Rechtsstreits also 250 € oder 850 € selbst bezahlen.

    Der Bauherrenrechtsschutz ist auf maximal fünf Jahre begrenzt. Allerdings dürfte fünf Jahre nach dem Notartermin ohnehin nicht mehr viel anfallen. Die meisten Rechtsfälle ereignen sich während der Bauphase oder direkt zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Immobilie.